13. Deutscher Lungentag Nürnberg 2010

13. Deutscher Lungentag Nürnberg 2010

Die Patienten-Infovermationsveranstaltung am 2. Oktober 2010 war die mittlerweile dritte öffentliche Veranstaltung, die die Selbsthilfegruppe COPD Nürnberg anlässlich des jährlich stattfindenden Deutschen Lungentags organisierte. Unterstützt wurde der Infotag, wie in den vorangegangenen Jahren auch, von der Klinik für Pneumologie im Klinikum Nürnberg. In gewohnter Weise referierte Professor Ficker und vier Ärzte aus seinem Team in der für Patienten gut verständlichen Art.
Am Ende des Beitrags finden Sie ein Fotoalbum und ein kurzes Video.

Das erste Thema war „Unterschiede von Asthma, der chronisch obstruktiven Bronchitis (COB) und Lungenemphysem“. Dr. Würflein zeigte die Unterschiede der Erkrankung anhand einer Gegenüberstellung der Symptome. Asthma und COPD sind verschiedene Erkrankungen. Sie haben zwar ähnliche Symptome, unterscheiden sich aber in Ursachen und Prognose und erfordern unterschiedliche Therapien. Eine Differenzialdiagnose ist daher für die Wahl der Therapie wichtig.

Nach Dr. Würflein’s Vortrag erklärte Professor Ficker anschaulich einige der seltenen Erkrankungen der Lunge, wie zum Beispiel Sarkoidose, Pulmonale Hyperonie, Lungenfibrose und Vogelzüchter-Lunge. Von den erwähnten Erkrankungen war zwar kaum jemand der Anwesenden betroffen, das tat dem Interesse der Zuhörer aber keinerlei Abbruch.

Der letzte Beitrag vor der Mittagspause hatte die Überschrift „Alpha-1- Antitrypsinmangel – versteckte Komponente des Lungenemphysems“ und „Gendiagnostikgesetz – was ist neu?“. Dr. Wagner, Oberarzt am Klinikum Nürnberg, machte den Zuhörern deutlich, was es mit der genetischen Erkrankungen „Alpha-1-Antitrypsinmangel“ auf sich hat und welche Folgen daraus resultieren können. Danach ging er noch kurz auf das seit Januar 2010 geltende Gendiagnostikgesetz ein, da dies bei der Diagnose des Alpha-1-Antitrypsinmangel eine Rolle spielt.

Nach den drei Vorträgen gingen die Besucher und Referenten in die verdiente Pause, um sich für die noch ausstehenden Vorträge zu stärken. Im Foyer warteten neben den Ausstellern auch belegte Brötchen, Obst, kühle Getränke sowie Kaffee und leckerer Kuchen. Während der Pause fand ein reger Austausch zwischen den Besuchern, Ärzten und Ausstellern statt.

Die Zweite Runde der Vorträge begann mit Frau Dagmar Linz-Bruckelt, Inhaberin der „Praxis für Physiotherapie und Massage Linz-Bruckelt“. Thema war „Atemtherapie“ bzw. „Reflektorische Atemtherapie“. Frau Linz-Bruckelt erklärte mit viel Anschauungsmaterial, wie die Atemtherapie funktioniert und angewandt wird. Neben den Erklärungen von „atemerleichternden Stellungen, Heiße Rolle und Packegriffe“, wurde anhand mitgebrachter Hilfsmittel (Cornet, Flutter usw.) gezeigt, wie diese richtig benutzt werden und was die Anwendungen bewirken.

Dr. Urlbauer nahm sich einmal mehr des Themas „Raucherentwöhnung“ an und verdeutlichte, warum Tabakrauchen so schädlich ist und welche Folgen das nach sich zieht. Er zeigte auch Wege wie eine Raucherentwöhnung funktionieren kann. Rauchen ist nach wie vor der Hauptgrund für die COPD, über 80 % der an einer chronisch obstruktiven Bronchitis erkrankten Personen sind Raucher oder ehemalige Raucher. Der Verzicht auf Nikotin ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Therapie der COPD. Obwohl von den Zuhörern kaum noch jemand von der Zigarette abhängig war, wurde das Thema aufmerksam verfolgt.

Als letzter Punkt stand das Thema „Das Schlafapnoe-Syndrom“ auf der Agenda, welches von Frau Dr. Rössner vorgetragen wurde. Das Schlafapnoe-Syndrom ist verantwortlich für Atemstillstände (Apnoen) während des Schlafs. Die Folgen sind eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit, da die Atemstillstände zu wiederholten Aufweckreaktionen führen und so ein erholsamer Schlaf unmöglich wird. Frau Dr. Rössner wies noch darauf hin, das Schlafapnoe oft im Zusammenhang von Übergewicht und Schnarchen steht. Als Therapiemaßnahmen wurden unter anderem die Gewichtsreduktion, der Verzicht auf Nikotin und Alkohol, sowie die nächtliche Beatmung mittels Überdruckbeatmung (CPAP) erwähnt.

Insgesamt wurde die Infoveranstaltungen von Nürnbergs Bürgern gut angenommen. Die Betroffenen, Angehörigen und sonstigen Interessierten folgten nicht nur interessiert den Ausführungen der Referenten, sondern nahmen auch ausgiebig die Informationsangebote der Aussteller im Foyer des Karl-Bröger Zentrums in Anspruch.

Der Organisator möchte sich an dieser Stelle bei den Ärzten der Pneumologie des Klinikums Nürnberg-Nord, bei den Firmen Talecris Biotherapeutics, Heinen + Löwenstein, Astellas, Novartis, Pfrimmer Nutricia, Bayer HealthCare, der Selbsthilfegruppe LOT Nürnberg und bei allen an der Organisation und Durchführung beteiligten Personen bedanken. Ein Dankeschön geht auch an Herrn Robert Kästner von der Verwaltung des KBZ, der während der ganzen Veranstaltung immer helfend zur Seite stand.

Fotoalbum der Veranstaltung:

Fotos Referenten:


Fotos Besucher:
Fotos Ausstellung:

Kurzes Video:
httpvh://www.youtube.com/watch?v=v-O1MycWLKI